Mediendemokratie und Propaganda:

Edward Bernays und Walther Lippmann - zwei Vordenker, die man kennen sollte

 

Leider sind Werk und Wirken von Edward Louis  Bernays und Walther Lippman ziemlich unbekannt in Deutschland. Dabei spielen sie mit ihren Vorstellungen einer gelenkten Demokratie eine zentrale Rolle für die Herausbildung der modernen Mediendemokratie - und dies nicht nur in den USA.

 

Obwohl Noam Chomsky und auch in jüngster Zeit der deutsche Bestsellerautor Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") immer wieder auf sie in kritischer Absicht verwiesen haben und jüngst eine erhellende Produktion sich Edward Bernays unter dem Titel "Die Kunst der Manipulation

 

https://www.youtube.com/watch?v=m1F6HFDINE0

 

gewidmet hat, kennen viele beide hierzulande nicht. Lesenswert ist auch dieser Artikel aus der "Neuen Zürischer Zeitung":

 

https://www.nzz.ch/gesellschaft/der-heimliche-verfuehrer-ld.1403103

 


Edward Bernays (1891-1995), der als Freud-Neffe und Psychologe vor den Nazis in die USA geflohen ist, gilt gemeinhin als Begründer von "public relations" und hat sich Zeit seines langen Lebens stets zugutegehalten, dass Massenbeeinflussung - nicht nur im Sinne von Produktwerbung, auch im Hinblick auf Werbung für Regierungspolitik - eine gute Sache sei.

 

"Propaganda" im ursprünglichen lateinischen Wortsinn, dass man etwas fortpflanzt, vor allem bestimmte Meinungen und Auffassungen, die man in die Köpfe des Publikums versetzt, war sein sehr erfolgreiches Metier.


Walther Lippman (1889-1974) gehört zu den fünf bekanntesten Journalisten, Vordenkern und Politikberatern des 20. Jahrhunderts in den USA. Und er hielt nicht viel von der Masse des Wahlvolkes, das komplexe politische Zusammenhänge nicht verstehe, tendenziell irrational sei, so dass es von der politischen Elite in die gewünschte "vernünftige" Richtung gelenkt werden sollte. Sein politisches Ideal war eine "Zuschauer-Demokratie" für die Mehrheit der Bürger, nicht ihre Partizipation.

 

Sein Hauptwerk hieß "public opinion":

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_%C3%B6ffentliche_Meinung
 

Kritisch wollen wir uns mit beiden wichtigen Vordenkern und ihren Konzeption von Demokratie auseinandersetzen, dabei generell auf die Frage der Rolle der Massenmedien in unserer Gesellschaft vor dem Hintergrund der Diskussion um "fake news" eingehen.


In der übernächsten Sitzung am 4. Januar 2020 werden wir die Behandlung des Medienthemas fortsetzen und auf den weltberühmten Systemtheoretiker Niklas Luhmann (1927-1998) und insbesondere seine kritische Betrachtung der Massenmedien eingehen.

 




 

 

 

 

Dieses Thema ist Teil unseres  Themenkomplexes:

 

Wichtige philosophische Strömungen des 20. und 21. Jahrhunderts

 

Nach der Behandlung von Martin Heidegger und Edmund Husserl haben wir uns mit der modernen französischen Philosophie von Jacques Foucault (1926-84) und Pierre Bourdieu (1930-2002) beschäftigt, deren Denken sich als radikale Gesellschaftskritik verstand.

 

Nach den Franzosen beschäftigen wir uns mit zeitgenössischen Denkern der Gegenwart, um beispielhaft neuere Tendenzen der Philosophie deutlich zu machen.

 

 

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