Unser Thema am Samstag, den 5. Oktober 2019

18 Uhr im Club Voltaire (2.OG):

 

Die gegenwärtige Philosophie und ihre Fragestellungen anhand herausragender Beispiele 

 

Wir beschäftigen uns in den nächsten Sitzungen eiter mit herausragenden zeitgenössischen Philosophen, die noch leben oder vor kurzen erst verstorben sind. Dabei soll der gegenwärtigen Stand der Philosophie anhand zentraler Köpfe und ihrer Fragestellungen verdeutlicht werden.

 

Die Spannweite reicht vom Australier David Chalmers (1966) über den Amerikaner John Searle (1932) bis zum Briten Derek Parfit (1942-2017), um hier nur einige zu nennen.

 

Das nächste Treffen am 5. Oktober hat folgenden Inhalt:

 

Rainer Mausfelds Kritik an „Elitendemokratie und Meinungsmanagement“

 

Man könnte ihn den Noam Chomsky des deutschsprachigen Raums nennen. Und in der Tat teilt Rainer Mausfeld (1949), der mit seinem vorletzten Buch „Warum schweigen die Lämmer?“ einen Spitzenplatz in den Bestsellerlisten landete, wichtige Kritikpunkte seines amerikanischen Kollegen. Vor allem geht es ihm – wie Chomsky - um eine fundierte Kritik des seiner Meinung nach herrschenden wirtschaftspolitischen Paradigmas des Neoliberalismus, das alle gesellschaftlichen Entwicklungen unter das Diktat des ökonomischen Nutzens stelle und die politische Klasse in ihrem Handeln bestimme. Wie Chomsky kritisiert er, dass der „Debattenraum“ der heutigen demokratischen Öffentlichkeit systematisch von ihren Meinungsführern verengt würde, was letztendlich der Demokratie schade.

 

Mausfeld, der emeritierter Professor der Kognitionspsycholgie ist, knüpft auch an Chomskys Kritik des Systems der Massenmedien an, die mit Manipulation und Propaganda und im Sinne der politischen Eliten einen gesellschaftlichen Konsens der Masse der Bevölkerung herstellten. Allerdings geht er als Psychologe, der im besonderen Maße um die Manipulierbarkeit des Individuums weiß, mehr auf die Techniken ein, die zur Anwendung kommen. Es geht dabei ideengeschichtlich um die amerikanischen Vordenker des „Demokratie-Managements“, Walter Lippman (1889-1974) und den Freud-Neffen Edward Bernays (1891-1995), auf deren Tätigkeit wir schon in der letzten Sitzung kurz eingegangen sind.

Die alte philosophische Frage, wer herrschen solle bzw. wer herrsche, die Platon mit seinem Modell der Elitenherrschaft beantwortete, werde in Form der westlichen repräsentativen Demokratie heutzutage faktisch im Sinne des altgriechischen Vordenkers beantwortet.

 

Zur Grundlage unserer Diskussion seien Mausfelds Vortrag bei der Teleakademie des SWR: 

 

https://www.youtube.com/watch?v=ZNzvIY-BrVk 

 

und seine Vorlesung an der Universität in Kiel empfohlen:

 

https://www.youtube.com/watch?v=QlMsEmpdC0E.

 



 

 

 

 

Dieses Thema ist Teil unseres  Themenkomplexes:

 

Wichtige philosophische Strömungen des 20. und 21. Jahrhunderts

 

Nach der Behandlung von Martin Heidegger und Edmund Husserl haben wir uns mit der modernen französischen Philosophie von Jacques Foucault (1926-84) und Pierre Bourdieu (1930-2002) beschäftigt, deren Denken sich als radikale Gesellschaftskritik verstand.

 

Nach den Franzosen beschäftigen wir uns mit zeitgenössischen Denkern der Gegenwart, um beispielhaft neuere Tendenzen der Philosophie deutlich zu machen.

 

 

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