Unser Thema am Samstag, den 3. November2018

18 Uhr im Club Voltaire (2.OG):

 

Ein genialischer Meister der Sprache mit Spleen – Ludwig Wittgenstein

 

 

Die Entdeckung der Sprache als eines eigenständigen und neuen Gegenstands legte den Grund für eine der wichtigsten philosophischen Strömungen des 20. Jahrhunderts – bis heute. Der Ehrentitel des Begründers der modernen Sprachphilosophie gebührt dabei unbezweifelbar dem Österreicher Ludwig Wittgenstein (1889-1951), der zu den bedeutendsten Philosophen des letzten Jahrhunderts zählt. Damit leitete er eine Veränderung der Paradigmata in den Sozialwissenschaften ein, wie es  z.B. noch in Jürgen Habermas` Aneignung sprachwissenschaftlicher Fragestellungen und seinem „lingustic turn“ im Rahmen seiner „Theorie des kommunikativen Handelns“ deutlich wird.

 

Wittgensteins genialer Wurf war unbestreitbar sein „Tractatus logico-philosophicus“, 1918 geschrieben 1921 veröffentlicht und 1929 dem Trinity College in Cambridge als Doktorarbeit vorgelegt, in dem er die Meinung vertrat, dass die „meisten Sätze und Fragen, welche über philosophische Dinge geschrieben worden sind, … nicht falsch [sind], sondern unsinnig. Wir können daher Fragen dieser Art überhaupt nicht beantworten, sondern nur ihre Unsinnigkeit feststellen. Die meisten Fragen und Sätze der Philosophen beruhen darauf, dass wir unsere Sprachlogik nicht verstehen.“

 

Es geht also darum, dass in der Philosophie ungelöste Fragestellungen und nicht entscheidbarer Meinungsstreit durch Unklarheit der verwendeten sprachlichen Begriffe ausgelöst und durch klare und deutliche Termini aufgelöst und entschieden werden könnten. Soweit Wittgenstein I, der junge Wittgenstein.

 

Der ältere Wittgenstein, in der Forschung als Wittgenstein II bezeichnet, war dann der Meinung, dass weniger über ein rigides System von sprachlich-logischen Aussagen wie im „Tractatus“ das Wesen und das Verständnis sprachlicher Inhalte bestimmt werden könne, sondern durch den aktiven Gebrauch von Sprache in Kommunikationssituationen, was er mit dem Begriff „Sprachspiele“ bezeichnete.

 

Löste seine Philosophie bei vielen seiner Leser Begeisterungsstürme aus, so wundern sich nicht nur Philosophiehistoriker über Wittgensteins Lebensweg: So ist dieser voller ungewöhnlicher Wendungen und bestimmt durch ebensolche Verhaltensweisen.

 

Wittgenstein stammte aus einer reichen Großindustriellenfamilie Wiens, kam früh an die englische Eliteuniversität Cambridge und nahm als österreichischer Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Er suchte in den 20er Jahren sein Glück als Dorfschullehrer in der österreichischen Provinz und soll - hier wechseln wir in den Bereich der halb belegten Anekdoten – am 25. Oktober 1946, am Kamin mit Karl Popper sitzend, ihm in einer hitzigen philosophischen Diskussion mit einem Schürhaken bedroht haben.

 

Teile des von Wittgenstein von seinem Vater ererbten Vermögens soll er wohltätigen Zwecken und zur Förderung der Kunst gespendet haben, wobei insbesondere des Philosophen Unterstützung des berühmten Lyrikers Georg Trakl zu nennen ist.

 

YouTube Videos:

 

https://www.youtube.com/watch?v=bz39yHOv8jM

 

Ludwig Wittgenstein - Die Wahrheit der Worte

 

"Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt." Ludwig Wittgenstein Ludwig Wittgenstein (1889-1951) war ein österreichisch-britischer Philosoph. Er lieferte bedeutende Beiträge zur Philosophie der Logik, der Sprache und des Bewusstseins. Seine beiden Hauptwerke Logisch-philosophische Abhandlung (Tractatus Logico-Philosophicus 1920) und "Philosophische Untersuchungen" (1953, postum) wurden zu wichtigen Bezugspunkten zweier philosophischer Schulen, des Logischen Positivismus und der Analytischen Sprachphilosophie. Im Jahr 1920 erschien das im Ersten Weltkrieg entstandene Werk "Traktatus Logico-Philosophicus", mit dem ein junger Philosoph namens Ludwig Wittgenstein glaubte, die Probleme der Philosopie gelöst zu haben. Als er sich jedoch in den Zwanzigerjahren anderen Pragmatischen Dingen zuwandte, als Gärtner, Architekt und Lehrer arbeitete, veränderte sich seine philosophische Position. Nicht mehr die mathematisch-exakte Beweisführung von sinnvollen und sinnlosen Aussagen beschäftigte ihn, sondern die Vielfältigkeit der Sprachwendungen im Alltag. Diese beiden extrem unterschiedlichen Positionen bilden den Keim dieses Films zu Ludwig Wittgenstein. Die Darstellung seines Lebens, verbunden mit entsprechenden Filmaufnahmen aus Wien, Niederösterreich und Cambridge, verdeutlicht die Spannung zwischen Früh- und Spätwerk. Hierzu und zur Bedeutung der Philosophie Wittgensteins im 20. Jahrhundert kommen Experten zu Wort

 

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=d6FsdcF1KTY

Philosophie erklärt: Wittgenstein - Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt

 

Ludwig Wittgenstein gehört zu den einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. In seinem bekanntesten Werk "Tractatus logico-philosophicus" bringt er den berühmten Satz: Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt. Im Video erkläre ich kurz und klar, was dieser Satz bedeutet und in welchem philosophischen Zusammenhang er steht. Dr. Christian Weilmeier, Philosoph

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=cgorPvfMH9M

Denker des Abendlandes - Der Wiener Kreis und Ludwig Wittgenstein

 

 

 

 

 

 

Dieses Thema ist Teil unseres  Themenkomplexes für das Jahr 2018:

 

Wichtige philosophische Strömungen des 20. und 21. Jahrhunderts

 

Nach der Behandlung von Martin Heidegger wenden wir uns seinem Lehrer Edmund Husserl (1859-1938) zu, der mit seiner Phänomenologie zu den wichtigsten Philosophen des 20. Jahrhunderts zählt. Seine philosophische Grundlage war die Suche nach den unmittelbar gegebenen Erscheinungen, den Phänomenen, die er im Bewusstsein des erkennenden Menschen verortete.

 

Ludwig Wittgenstein (1889-1951), der Begründer der modernen Sprachphilosophie, steht insbesondere mit seinem großen Wurf, dem „Tractatus logico-philosophicus“ von 1921, danach auf dem Programm.

 

Des weiteren werden wir uns im Anschluss daran mit der modernen französischen Philosophie von Jacques Derida (1930-2004) und Pierre Bourdieu (1930-2002) beschäftigen, deren Denken sich als radikale Gesellschaftskritik verstand.

 

 

 

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