Unser Thema am Samstag, den 2. Februar 2019

18 Uhr im Club Voltaire (2.OG):

 

Michel Foucault (1926-1984):

Von Gefängnissen, Irrenhäusern und der Macht in modernen Gesellschaften

 

Michel Foucaults Philosophie kreiste im Kern um das Diktum, das gemeinhin Lenin zugesprochen wird, aber ursprünglich vom großen Francis Bacon stammte:

 

„Wissen ist Macht.“

 

Was Macht macht und in welchem Verhältnis sie zum Wissen steht, interessierte Foucault sehr. Dabei erweiterte er die herkömmliche Sicht auf das Thema und ging dabei meist unkonventionell vor:

 

Einer seiner Ausgangspunkte war dabei die Entwicklung moderner Kontroll- und Disziplinierungssysteme, die er 1975 in Form des Bestrafens in Gefängnissen („Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses“) untersuchte, bevor er sich dann zwei Jahre später mit der Form der Gouvernmentalität, der Machtausübung in modernen Staaten, auseinandersetzte.

 

Für einen Philosophen untypisch, hatte Foucault sich bereits in seinem Erstwerk von 1961 („Wahnsinn und Gesellschaft: Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft“) mit dem menschlichen Wahnsinn und seinem Verhältnis zur Rationalität beschäftigt, wobei ihn auch damals schon Prozeduren der gesellschaftlichen Kontrolle und Disziplinierung, hier der aussondernde und kontrollierende Umgang mit so genannten Verrückten in „Irrenhäusern“ durch eine aufgeklärte Gesellschaft, interessiert hatten.

 

Foucault wird zu den Poststrukturalisten gezählt, also einer hauptsächlich aus Frankreich kommenden Denkschule, deren Vertreter sich in hohem Maße dem Verhältnis von sprachlicher Praxis und ihrer Rolle bei der Herausbildung der Gesellschaft und ihrer Wirklichkeit gewidmet haben (Diskursanalyse) – und dabei maßgeblich auch auf die gesamten westlichen Geisteswissenschaften wirkten.

 

Michel Foucault, der aus seiner Homosexualität keinen Hehl machte, starb als eines der ersten prominenten Opfer an Aids.

 

 

Als Vorbereitung zu unserem Treffen sehen Sie sich bitte diese beiden Videos an:

 

https://www.youtube.com/watch?v=dZifLDpl5EY

 

https://www.youtube.com/watch?v=b5ABDBcHQEc

 

 

 

 

Dieses Thema ist Teil unseres  Themenkomplexes für 2018/2019:

 

Wichtige philosophische Strömungen des 20. und 21. Jahrhunderts

 

Nach der Behandlung von Martin Heidegger wenden wir uns seinem Lehrer Edmund Husserl (1859-1938) zu, der mit seiner Phänomenologie zu den wichtigsten Philosophen des 20. Jahrhunderts zählt. Seine philosophische Grundlage war die Suche nach den unmittelbar gegebenen Erscheinungen, den Phänomenen, die er im Bewusstsein des erkennenden Menschen verortete.

 

Des weiteren werden wir uns im Anschluss daran mit der modernen französischen Philosophie von Jacques Foucault (1926-84) und Pierre Bourdieu (1930-2002) beschäftigen, deren Denken sich als radikale Gesellschaftskritik verstand.

 

Nach den Franzosen beschäftigen wir uns mit zeitgenössischen Denkern der Gegenwart, um beispielhaft neuere Tendenzen der Philosophie deutlich zu machen.

 

 

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