Unser moderiertes Thema:

 

Ist wirkliche Macht Angsterzeugung?

Niccolo Machiavellis Theorie der Macht und die öffentliche Diskussion um Donald Trump.

 

Niccolo Machiavelli (1469-1527) hat einen notorisch schlechten Ruf: Er gilt als Propagandist einer skrupellosen Machtpolitik, die moralisch enthemmt, ihr Hauptziel, das der Machtsteigerung des Staatswesens und seines Fürsten, mit Propaganda, Lügen und Angsterzeugung erreichen will, nach dem Motto: der Zweck heiligt die Mittel.

 

Besonders aktuell ist die Frage nach dem Verhältnis von Moral und Politik seit dem Amtsantritt Donald Trumps als US-amerikanischer Präsident, der unter Intellektuellen als kongeniale Verkörperung machiavellistischer moralischer Prinzipienlosigkeit angesehen wird, die mit Fake News und egomanischer Skrupellosigkeit nur ihren eigenen Vorteil sucht.

 

Als Beispiel hierfür möge ein Guardian-Artikel dienen, in dem auf ein Zitat Trumps von 2016 als Beleg der Richtigkeit seiner amoralischen Haltung verwiesen wird: "Real power is - I don´t even want to use the word - fear." ( Wirkliche Macht ist - ich will das Wort gar nicht erst benutzen – Angst)

 

https://www.theguardian.com/us-news/2020/feb/08/real-power-is-fear-donald-trump-machiavelli-boucheron
 

(Diesen Englisch sprachigen Text haben wir in einer maschinell übersetzten Version in Deutsch vorliegen. Wenn Sie an dem Dokument Interesse haben, schreiben Sie uns eine Mail und wir schicken Ihnen die PDF Datei.)

 

Diese einseitige Deutung Machiavellis, die einerseits stimmt, vergisst allerdings auf der anderen Seite den historischen Kontext eines ungeeinten, von Parteikämpfen zersplitterten Italiens, das zudem machtpolitische Begehrlichkeiten seiner Nachbarn weckte, das vielleicht sogar einer starken Führung zur Wiederherstellung der Staatsräson bedurfte. Diese sollte also jener "Fürst" ausüben, den Machiavelli am Vorbild des skrupellosen und ruchlosen Cesare Borgia entwarf.

 

Gegen Machiavellis oben angesprochene rein negative Charakterisierung spricht noch eine weitere Tatsache, auf die wir in unserer Diskussion eingehen wollen, welche die wissenschaftliche Beschäftigung mit Politik vorangebracht hat:

 

Der Florentiner ermöglicht durch das Ausblenden von häufig eingebildeten moralischen Triebfedern und oftmals nicht vorhandenen religiösen Pseudo-Zielen der Protagonisten einen illusionslosen, ideologiefreien und nackten Blick auf Gesetzmäßigkeiten und Mechanismen der Macht und ihrer Akteure. Er macht also Realismus in der Analyse von Macht, um deren Wesen es bei unserem Treffen vor allem geht, möglich.

 

Folgende Materialien dienen der Vorbereitung:

 

https://www.zeit.de/zeit-geschichte/2017/03/niccolo-machiavelli-populismus-luegen/komplettansicht

 

https://www.youtube.com/watch?v=ZZhM71RnTKs

 

https://monde-diplomatique.de/artikel/!433469

 

 

 

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